Auch Autisten wünschen sich Freunde

10 / 2012 von:  Jochen Paulus
 

Sie haben kein Problem, sich über Handys oder Autos zu unterhalten, doch über Gefühle zu reden und sie bei anderen zu erkennen, müssen sie erst wie eine Fremdsprache lernen. Gruppentherapien, in denen Autisten ihre sozialen Fähigkeiten schulen können, verzeichnen vielversprechende Erfolge.

Wenn die Ärztin Eftichia Duketis einem ihrer Patienten auf der Straße begegnet und ihn grüßt, geht er oft einfach weiter. Oder er bleibt stehen, doch es kommt kein richtiges Gespräch zustande. Denn er erzählt nur von Fahrplänen oder einem ganz speziellen Hobby. Die Psychiaterin wundert das nicht weiter. Die Patienten, mit denen sie an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Frankfurt arbeitet, sind Autisten. Neben eigenwilligen Interessen und Tics sind Schwierigkeiten bei der Kommunikation ihr Hauptproblem.

Noch vor einigen Jahrzehnten galt Autismus als extrem selten. Von...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele

Psychogramm einer überforderten Gesellschaft
gebunden, 256 Seiten, oekom Verlag, 2017

22,00 €inkl. 7% MwSt.