Bluthochdruck: Meditation statt Medikation

06 / 2005
 

Meditation in Kombination mit Atemtechniken kann erhöhten Blutdruck senken. Das haben Mediziner von der Universität Würzburg herausgefunden. Bei ihren Testpersonen schlug eine kontemplative Meditation so gut an wie sonst nur eine Behandlung mit Arzneimitteln. Allerdings standen die Teilnehmer der Meditation aufgeschlossen gegenüber, und es ist nicht sicher, ob der blutdrucksenkende Effekt auch bei skeptischen Patienten auftreten würde.

Die Würzburger Mediziner Wolfram Voelker, Paul Manikonda, Stefan Störk und Simone Toegel teilten 52 Patienten mit stressbedingtem mittelschwerem Bluthochdruck nach dem Zufallsprinzip entweder der Meditationsgruppe oder einer Vergleichsgruppe zu, die nicht meditierte. Erstere absolvierte im Würzburger Benediktinerkloster unter Anleitung eine christlich geprägte, kontemplative Meditation und übte Atemtechniken ein.

Nach vier Wochen Einführung und weiteren vier Wochen Meditation (zweimal pro Tag jeweils 40 Minuten) war der Blutdruck der Teilnehmer so stark gesunken, „wie man es sonst nur mit Medikamenten hinbekommt“, sagt Voelker. „Die Patienten fühlten sich außerdem besser, weil es keine Nebenwirkungen gab, wie sie bei Medikamenten nicht selten auftreten.“

Die blutdrucksenkende Wirkung der Meditation war insbesondere auch unter Stress nachweisbar, wie in einem Test an der Uniklinik gezeigt wurde. Bei der Vergleichsgruppe, in der nicht meditiert worden war, blieb der Blutdruck dagegen unverändert hoch.

Wie die Meditation diesen positiven Effekt bewirkte, ist bislang nicht genau erklärbar. Womöglich werden die bei Hochdruckpatienten verengten Blutgefäße durch eine positive Wirkung der Meditation auf das vegetative Nervensystem entspannt. Denkbar wäre auch, dass das Gehirn unter dem Einfluss der Meditation die Ausschüttung von Stresshormonen drosselt.

Die Würzburger Mediziner wollen nun in weiteren Studien untersuchen, ob der Effekt der Meditation auch über längere Zeit nachweisbar bleibt und welche Patienten am besten darauf ansprechen. Viele Menschen, die an schweren Formen des Bluthochdrucks leiden, müssen täglich bis zu fünf verschiedene Arzneimittel nehmen. Mithilfe der Meditation ließe sich diese Menge vielleicht verringern, hoffen die Wissenschaftler. Quelle: idw

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