„d-Moll ist die göttliche Tonart“

08 / 2012 von:  Andreas Kruse im Gespräch
 

Er war acht, als er bei den Regensburger Domspatzen mitsang, seither hat ihn die Musik nicht losgelassen. Auch heute steht oft ein Konzertflügel in der Nähe, wenn Andreas Kruse seine Forschungsarbeit als Psychologe erläutert: Er sucht und findet wichtige Impulse für das Verständnis von Entwicklung, Lebenslauf und Alter in der europäischen Kulturgeschichte. Da kann es sehr erhellend sein, einmal kurz die Chaconne aus der Partita Nr. 2 von Bach anzuspielen

PSYCHOLOGIE HEUTE  Herr Professor Kruse, darf man Bach romantisch interpretieren?

Andreas Kruse  Also, ich tu’s jedenfalls! Und ich tu’s aus Überzeugung, denn ich glaube, dass sich die wahre Größe dieses Komponisten anders gar nicht erfassen lässt. Hat nicht Beethoven gesagt, Bach hätte eigentlich „Meer“ heißen müssen? Wir verfügen doch heute über ganz andere Klangkörper, also auch über ganz andere Möglichkeiten, die Tiefe und die Vielschichtigkeit dieser Musik zum Ausdruck zu bringen. Also tun wir’s!

PH  Johann Sebastian Bach braucht eine Übersetzungshilfe?

Kruse  Natürlich nicht, wenn wir...

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