Das gefesselte Kind

12 / 2011 von:  Ralph Frenken
 

Die Praxis des strammen Wickelns erlebt eine Renaissance.
Vielfach wird empfohlen, Neugeborene in den ersten Lebenswochen fest zu wickeln. Die nachgewiesenen Gefahren dieser archaischen Pflegepraxis – neudeutsch „Pucken“ – werden dabei häufig ignoriert. Wem dient eigentlich das stramme Wickeln: den Bedürfnissen des Babys oder vielleicht doch dem Wunsch der Eltern nach Ruhe?

Zahlreiche Hebammen und Ratgeberautoren empfehlen, Neugeborene in den ersten Wochen ihres Lebens mehr oder weniger fest zu wickeln. Auf natürliche Weise führe Wickeln, neudeutsch „Pucken“, zur Beruhigung von schreienden Babys, verringere das Risiko des plötzlichen Kindstods und wirke auch gegen Schlafstörungen. Obwohl diesen Annahmen eine solide wissenschaftliche Einbettung fehlt, werden sie längst in die Praxis umgesetzt. Im Internet sind Tausende Fotos von straff gewickelten Säuglingen zu finden, zahlreiche YouTube-Videos zeigen die Prozedur. In Großbritannien werden fast 20 Prozent der...

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