Der Mensch in der Warteschlange

07 / 2012 von:  Miro Gronau im Gespräch
 

„Du bist nicht du, wenn du hungrig bist“, heißt es in einem aktuellen Werbespot. „Du bist nicht du, wenn du Schlange stehst“, sagen Sozialpsychologen. Schon seit Mitte der 1980er Jahre sind die Wissenschaftler den Denkfehlern auf der Spur, die uns beim Warten unterlaufen. Und natürlich kann man mit diesem Wissen Geld verdienen. Kaum jemand hat es darin zu ähnlicher Meisterschaft gebracht wie die Betreiber großer Vergnügungsparks. Psychologie Heute sprach darüber mit Miro Gronau. Er arbeitet als „Parkleiter Operation & Service“ für den Europa-Park in Rust – Deutschlands derzeit größten Freizeitpark.

PSYCHOLOGIE HEUTE  Herr Gronau, was tun Sie gegen Warteschlangen?

Miro Gronau  Zunächst muss man anerkennen, dass Warteschlangen oft unvermeidlich sind. Das versteht auch jeder. Die spannende Frage lautet: Wenn es zu Schlangen kommt, wie geht man damit um? Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Kunden zu informieren. Das heißt: Direkt am Eingang steht für mich deutlich sichtbar eine Anzeige, die mir verrät, mit welcher Wartezeit ich zu rechnen habe.

PH  Darauf hat bereits der Harvard-Professor David Maister hingewiesen: Unsere Erwartung ganz zu Beginn des Warteprozesses ist einer der...

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