Der Schnitt

11 / 2012 von:  Wolfgang Schmidbauer
 

Beschneidungen und symbolische Kastrationen gehören zum ältesten menschlichen Brauchtum. Aber diese Rituale haben in jüngster Zeit heftige Debatten ausgelöst. Religiöse Praktiken kollidieren mit modernen Rechtsüberzeugungen: Wie traumatisch ist die Beschneidung von Kindern? Und wie schützenswert ist die Tradition?

Das Kölner Landgericht definierte in seinem viel diskutierten Urteil vom 7. Mai 2012 mit klarer Logik jede Beschneidung als Körperverletzung – nur dann rechtlich unbedenklich, wenn sie von einem mündigen Individuum in freier Entscheidung gewollt wird. Dagegen argumentierten die Vertreter des religiösen Brauchtums damit, dass Beschneidung „dem Wohl des Kindes“ diene, hygienische Vorteile habe und Männer ohne Vorhaut genauso gut leben wie mit ihr. Die Debatte über Wohltat und Trauma der Beschneidung von Säuglingen oder Kindern, die nach einem langen, eher unbeachteten Vorlauf in Fachbüchern und...

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