Der Zwang, kreativ zu sein

12 / 2014 von:  Eva Hakes
 

In früheren Zeiten wurden Schöpferkraft und Kreativität auf göttliche Eingebung zurückgeführt. Heute wird Ideenreichtum zunehmend im Individuum selbst verortet – jeder gilt als „potenziell Kreativer“. Das hat auch eine dunkle Seite: Auf dem Arbeitsmarkt wird Fantasie vielfach eingefordert – und gerade dadurch häufig verhindert.

Kreativität steht hoch im Kurs und ist insbesondere am Arbeitsmarkt zu einer unverzichtbaren Ressource geworden. Nicht umsonst versprach vor einiger Zeit ein Anbieter von Kreativitätstrainings seinen Kunden, sie würden bald „schneller erfinden, als die Chinesen kopieren können“. Die zu Werbezwecken überspitzte Formulierung transportiert eine Wahrheit, die nachdenklich stimmt.

Galt Kreativität oder Schöpferkraft in früheren Zeiten als eine dem Numinosen entstammende Gabe, rückt heute vor allem ihr funktionaler Aspekt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. So wurde die Schöpferkraft in der Antike dem...

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