Die Balance der Werte

02 / 2012 von:  Friedemann Schulz von Thun im Gespräch
 

Ein interessantes Denk- und Ordnungsinstrument fristet noch immer ein Schattendasein in der psychologischen Praxis: das Wertequadrat. Es ermöglicht ganzheitliches Urteilen und rationaleres Handeln – sowohl in eigener Sache (etwa bei der Selbsterkenntnis) als auch bei Problemlösungen im größeren Kontext

Die Prämisse des Wertequadrates lautet: Jeder Wert – ob als Lebenseinstellung, Tugend oder Persönlichkeitseigenschaft – hat nur dann eine konstruktive Wirkung, wenn er in einer dialektischen Balance, Ergänzung und Spannung zu einem positiven Gegenwert steht. Ohne diese Gebundenheit an einen „Bruderwert“ oder eine „Schwestertugend“ verfällt ein Wert zwangsläufig: Er wird zum Zerrbild, zu einer entwerteten Übertreibung. Zum Beispiel verkommt der persönliche Wert „Sparsamkeit“ zu Geiz, wenn er nicht den wertvollen Bruderwert „Großzügigkeit“ akzeptiert und integriert. Umgekehrt artet Großzügigkeit...

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