„Die Einzelkämpferphase ist vorbei“

06 / 2015 von:  Gerald Hüther im Gespräch
 

In unserer Gesellschaft bestimmt der Wettbewerb unser Handeln. Ohne Konkurrenz, glauben wir, entwickeln wir uns nicht weiter. Der Hirnforscher Gerald Hüther hält das für einen Denkfehler. Er plädiert für eine neue Kultur des Zusammenlebens und setzt auf „Potenzialentfaltungsgemeinschaften“

In Ihrem neuen Buch Etwas mehr Hirn, bitte beschreiben Sie, wie Ihnen eines Tages klarwurde, dass man jahrelang an der falschen Stelle geforscht hatte, um zu verstehen, warum ein Mensch sich auf eine bestimmte Weise entwickelt. Man hatte den Schlüssel in der Struktur des Gehirns gesucht und dann entdeckt, dass es auf etwas ganz anderes ankommt, nämlich auf die Erfahrungen, die wir mit anderen Menschen machen. Warum war es so schwer zu erkennen, dass das Gehirn ein soziales Konstrukt ist?

Bis vor wenigen Jahren sind Neurowissenschaftler noch davon ausgegangen, dass alle Vernetzungen im Gehirn...

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