"Die Euthanasie hat bis heute einen Januskopf"

02 / 2011 von:  Michael Wunder im Gespräch
 

Im Zweiten Weltkrieg wurden psychisch Kranke und körperlich Behinderte systematisch für medizinische Experimente missbraucht und durch Ärzte und ihre Helfer ermordet. Erst seit kurzem treten Angehörige von Euthanasieopfern an die Öffentlichkeit. So auch eine Angehörigengruppe an den Alsterdorfer Anstalten, die von Michael Wunder, dem Leiter des Beratungszentrums der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, gegründet wurde

PSYCHOLOGIE HEUTE   Das Kapitel Euthanasie ist eines der am stärksten tabuisierten Kapitel der NS-Geschichte. Nur an ganz wenigen Orten in Deutschland haben sich Überlebende und Angehörige von Opfern als Gruppe zusammengefunden, darunter auch in Hamburg-Alsterdorf. Wie hat diese Arbeit begonnen?

MICHAEL WUNDER  Als ich 1981 als Mitarbeiter der ehemaligen Alsterdorfer Anstalten die Geschehnisse in der Nazizeit erforschte, wurde mir nicht nur Akteneinsicht verweigert, sondern mit Kündigung gedroht. Bald aber fand das Thema in der Stadt öffentliche Beachtung durch Publikationen von mir, später...

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