Die Macht der Schwärme

10 / 2011 von:  Bernhard Pörksen, Hanne Detel
 

Plagiate, überall Plagiate: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit abgeschrieben – und den Startschuss für eine große Zahl vergleichbarer Enthüllungen geliefert, die ohne das Internet und die geballte Macht des Web 2.0 nicht möglich wären. Ein Essay über die Logik der Skandalisierung im digitalen Zeitalter und das archaische Krisenmanagement des ehemaligen Verteidigungsministers.

Der Skandal beginnt, ganz klassisch, in den alten Medien. Am 16. Februar 2011 wird der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit einem Befund des Juraprofessors Andreas Fischer-Lescano konfrontiert, er habe einzelne Passagen seiner Dissertation abgeschrieben. Der erste Bericht erscheint in der Süddeutschen Zeitung. Vorerst geht es lediglich um einige wenige Stellen.

Zunächst scheinen die Gesetze der alten Welt zu gelten. Guttenberg streitet sofort alles ab, wählt die Strategie der offensiven Leugnung. Die Vorwürfe seien „abstrus“, seine Dissertation sei kein Plagiat, so...

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