Psychoterror: Die Märkte und die Staaten

10 / 2011 von:  Wolfgang Streeck
 

„Die Märkte“ haben, was die hochverschuldeten Staaten heute händeringend brauchen: Geld. Doch sie geben es ihnen nur, wenn sie zu ihnen „Vertrauen“ haben. Über die Psychopathologie einer paradoxen Abhängigkeit

Wo liegen die Grenzen der Staatsverschuldung? Niemand weiß es. Seit den 1970er Jahren, als die Schuldenlast der Industriestaaten zu wachsen begann, ist immer wieder behauptet worden, dass das Ende der Fahnenstange erreicht sei. In Deutschland gab es Anfang

der 1980er Jahre heftige Auseinandersetzungen über die spätkeynesiani-schen Haushaltsdefizite der Regierung Schmidt; damals lag die Verschuldung der Bundesrepublik bei 30 Prozent des Sozialprodukts. Seitdem ist die Zahl derer, die sich in Theorie und Praxis mit Vorhersagen über einen bevorstehenden Zusammenbruch der öffentlichen Finanzen...

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