Die schwierige Kunst des Kritisierens: „Wasch mir den Pelz …

04 / 2014 von:  Karen Wright
 

… aber mach mich nicht nass!“ Schwieriger als die Kunst des Kritisierens ist nur noch, Kritik auszuhalten und anzunehmen. Der Kritiker und der Kritisierte bewegen sich in einem Minenfeld hochsensibler Gefühle. Aber: Ohne Kritik – oder psychologisch: negatives Feedback – gäbe es keinen Fortschritt, nirgendwo

Hingerotzt und langweilig“, das waren die genauen Worte, mit denen ein Literaturagent das Manuskript bewertete, das ich ihm zur Durchsicht geschickt hatte. Diese Kritik werde ich nie vergessen. Genauso wenig wie die Worte einer Jugendliebe, die vor mehr als zwei Jahrzehnten mit mir Schluss machte. Ich sei „viel zu überschwänglich“, sagte er mir, außerdem trüge ich zu wenig Make-up. 

Wie jeder andere habe auch ich meine verstörenden Erfahrungen mit negativem Feedback gemacht. Ich habe dabei eingesteckt, aber ich habe auch ausgeteilt. Als ich vor Jahren einen Schreibkurs an einer Universität...

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