Die Tyrannei des Glücks

11 / 2010 von:  Ursula Nuber
 

„Glück ist machbar.“ „Glück kann man lernen.“ „Jeder hat einen Anspruch auf Glück.“ Und: „Wer nicht glücklich ist, ist selbst schuld.“ Noch nie wurde so viel über Glück geredet und geschrieben. Eigentlich dürfte es gar keine unglücklichen Menschen mehr geben. Doch die Zahl derer, die das Glück in ihrem Leben nicht zu fassen bekommen, nimmt zu: Immer mehr Menschen erkranken an psychischen Problemen. Welche Verantwortung an dieser Entwicklung kommt den modernen Glückspredigern zu?

Was macht uns glücklich? Auf diese uralte Frage nach dem Wesen des Glücks haben Dichter und Denker eher negative Beschreibungen geliefert: Friedrich Nietzsche beispielsweise glaubte, dass Glück sich erst dann einstellt, wenn man sich gründlich und lange Zeit hin etwas versagt, eine Meinung, die auch Mahatma Gandhi vertrat, der formulierte: Das Geheimnis eines glücklichen Lebens liegt in der Entsagung.

Ist Glück also nur ein Kontrasterlebnis, eine Rarität, die sozusagen als Belohnung für durchlebtes Leid und Unglück ab und zu in unserem Leben auftaucht? Sind wir tatsächlich nur...

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