"Ein Herzinfarkt ist auch eine starke seelische Belastung"

02 / 2011 von:  Christoph Herrmann-Lingen im Gespräch
 

Nach einem Herzinfarkt rutschen viele Betroffene in eine Depression. Doch diese bleibt meist unerkannt – und schädigt das angeschlagene Herz noch weiter. Der Psychokardiologe Christoph Herrmann-Lingen vom Universitätsklinikum Göttingen forscht seit zwei Jahrzehnten über den Zusammenhang zwischen Herzerkrankung und Depression und will nun deutschlandweit eine angemessene psychosomatische Behandlung aller betroffenen Herzpatienten sicherstellen

PSYCHOLOGIE HEUTE   Herr Professor Herrmann-Lingen, heute weiß man, dass gut ein Fünftel aller Herzinfarktpatienten nach dem Infarkt an einer Depression erkrankt. Dennoch ist der Forschungszweig Psychokardiologie ganz jung. Nimmt die Wissenschaft erst jetzt die Beziehung zwischen Herz und Seele richtig ins Blickfeld?

CHRISTOPH HERRMANN-LINGEN  Das kann man so nicht sagen. Die ersten Zusammenhänge zwischen Seele und Herz wurden ja schon in der vorchristlichen Literatur beschrieben. Da gab es zum Beispiel den syrischen Kronprinzen Antiochus, der aus Liebeskummer eine Herzerkrankung erlitt und...

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