Exile auf Zeit - Demenz und die „Krankheit der Angehörigen“

10 / 2011 von:  Ulla Gosmann
 

Die Zunahme an Demenzerkrankungen stellt Anforderungen an die Gesellschaft als ganze, jeder einzelne Fall stellt sie an die Familien. Doch werden deren Belastungen ausreichend wahrgenommen? Gilt die Pflege von erkrankten Angehörigen immer noch als ganz persönliches Schicksal? Oder entwickelt sich in unserer Kleinfamilien- und Singlewelt gerade ein neues Bewusstsein?

In seinem viel beachteten Bericht über die Demenzerkrankung seines Vaters mit dem Titel Der alte König in seinem Exil schreibt Arno Geiger: „Der einzig verbliebene Platz für ein Miteinander, das sich lohnte, war die Welt, wie der Vater sie wahrnahm.“ Verantwortlich für das „Miteinander“ sind diejenigen, die die Erkrankten – mehr oder weniger hautnah – pflegen und betreuen. Immerhin wird der weit überwiegende Teil der Menschen mit Demenzsymptomen zu Hause von Angehörigen gepflegt. Und längst weiß man: Diese Aufgabe bedeutet spezielle Belastung. Das Sicheinfühlen in die Welt des Kranken, das...

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