Felix Krull 2.0: Die Hochstapler sind unter uns

05 / 2011 von:  Christian Saehrendt
 

Immer wieder und in immer schnellerer Taktfolge gibt es Skandale um enttarnte Hochstapler, die als falsche Ärzte Patienten behandeln, ihre Doktorarbeiten im großen Stile plagiieren oder als Finanzgenies Anleger ausnehmen. Handelt es sich dabei um ein Phänomen krimineller Einzeltäter, oder wird hier die Spitze eines Eisbergs sichtbar? Denn auch in der Arbeitswelt und im privaten Alltag werden wir gerade Zeugen, wie ein „Betriebssystem Hochstapler“ im Begriff ist, das Miteinander zu dominieren.

Es fängt schon bei den Stellenanzeigen an. Wir blättern in der Zeitung oder im Netz und staunen. Gesucht werden Kandidaten mit Eigenschaften wie: mehrsprachig, Topabschluss, jung und trotzdem erfahren, Auslandspraktika, teamfähig – und Führungskraft zugleich. Nur noch Supermänner und Superfrauen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Wer dann zum Bewerbungsgespräch oder Auswahlverfahren eingeladen ist, hält die High-Potential-Fassade unter allen Umständen aufrecht und präsentiert sich genau so, wie es „verlangt“ wird, manche mit mulmigem Gefühl. Viele haben die Rolle des Überfliegers jedoch schon...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Das Museum der zerbrochenen Beziehungen

von Olinka Vištica, Dražen Grubišic
Was von der Liebe übrig bleibt - Geschichten und Bilder
Rowohlt, 2018, gebunden, 128 Seiten

15 €inkl. 7% MwSt.