Freiwillige Selbst­aus­beutung

10 / 2015 von:  Andreas Krause im Gespräch
 

Viele Arbeitnehmer arbeiten heute wie Selbständige: engagiert, eigenverantwortlich, autonom. Eine positive Ent­wicklung mit Pferdefuß, meint der Psychologe Andreas Krause. Er sieht neben Chancen für den Einzelnen auch die Gefahr der „interessierten Selbstgefährdung“

Herr Professor Krause, Sie haben beobachtet, dass Arbeitnehmer heute scheinbar freiwillig übermotiviert arbeiten und dabei ihre Gesundheit gefährden. Sind das Einzelfälle?

Nein. Das ist ein neues Phänomen, wir nennen es „interessierte Selbstgefährdung“. In unseren Befragungsstudien haben wir gehäuft festgestellt, dass mehr als ein Drittel der Arbeitnehmer zur Arbeit gehen, auch wenn sie sich krank fühlen. Oder an den Wochenenden und abends arbeiten, obwohl das auf Dauer die Gesundheit gefährdet. Das Überraschende: Dieser Einsatz wurde von Firmenseite nicht gefordert. Manchmal vertuschen...

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