Im Gefängnis der Einsamkeit

07 / 2012 von:  Thomas Saum-Aldehoff
 

Wir sind von morgens bis abends am Kommunizieren. Auf Facebook sammeln wir Freunde wie früher Briefmarken. Und doch fühlen sich immer mehr Menschen inmitten von „Kontakten“ tief isoliert. Woher rührt die Epidemie der Einsamkeit, die sich in unserer Gesellschaft ausbreitet? Und wie findet man hinaus?

Laura Dekker war 519 Tage lang auf hoher See. Abgesehen von wenigen Hafenaufenthalten verbrachte die junge Weltumseglerin diese Zeit allein auf ihrem Schiffchen Guppy. Elfeinhalb Meter lang, vier Meter breit, darauf eine kleine Kajüte: Das war ihr Reich. „Es ist herrlich, so allein auf dem Boot zu leben“, schrieb sie an einem von diesen Tagen in ihr elektronisches Logbuch. Man nimmt es ihr ab.

Alleinsein ist nichts Schlimmes. Menschen haben von Zeit zu Zeit das Bedürfnis nach Rückzug, die einen mehr, die anderen weniger. Ganz bei sich sein (siehe Heft 9/2003) kann produktiv und wohltuend...

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