Gibt es große Kreativität auch ohne „Blutspur“?

03 / 2014 von:  Norbert Groeben
 

Der Geniekult vergangener Zeiten hat einen Mythos geschaffen: Große Kunst und bahnbrechende Wissenschaft sind nur möglich, wenn der Kreative die Lizenz zur Ausbeutung seiner sozialen Umwelt erhält und sein Genie auf Kosten anderer Menschen auslebt

Von Sigmund Freud ist bekannt, dass er das Lehrgebäude seiner Psychoanalyse sehr machtbewusst organisierte und dominierte. Zum innersten Kreis der Mittwochabendsitzungen in seinem Haus bekam man nur durch Einladung Zutritt; und wenn Freud dann nach längerer Zeit der Prüfung jemanden als loyales Mitglied seiner Schule ansah, demonstrierte er das mit dem Geschenk eines goldenen Rings. Allerdings war damit auch die Erwartung einer absoluten Gefolgschaft verbunden – einer Gefolgschaft, die Züge einer (zumindest geistigen) Unterwerfung zeigte. 

Wer dazu nicht willens war, wurde von Freud mit...

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