Ich seh etwas, was ich nicht seh

06 / 2012 von:  Manuela Lenzen
 

Menschen, in deren Gehirn das Sehzentrum schwer geschädigt wurde, sind blind: Sie haben keinerlei bewusste visuelle Eindrücke von ihrer Umgebung. Dennoch können manche von ihnen „sehen“: Sie verarbeiten die Sinnesreize auf unbewussten Schleichwegen. Das wirft eine verstörende Frage auf: Wozu ist Bewusstsein überhaupt nütze?

Kennen Sie die Trink-Cola-iss-Popcorn-Studie? 1957 berichteten amerikanische Zeitungen, der Werbeunternehmer James Vicary habe über mehrere Wochen hinweg die Worte drink coke und eat popcorn alle fünf Sekunden in Kinofilmen aufblitzen lassen. So kurz, dass die Zuschauer sie nicht bewusst wahrnehmen konnten. Der Umsatz von Coca-Cola sei in dieser Zeit um 18 Prozent, der von Popcorn um 58 Prozent gestiegen. Die Menschen reagierten empört. Rundfunkräte, Fernsehgesellschaften und Kinobetreiber verboten diese Art der unterschwelligen Manipulation. Der Haken an der Sache: Mit der Studie verhält es...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele

Psychogramm einer überforderten Gesellschaft
gebunden, 256 Seiten, oekom Verlag, 2017

22,00 €inkl. 7% MwSt.