„Jeder Mensch hat einen heilen Kern“

02 / 2017 von:  Luise Reddemann im Gespräch
 

Luise Reddemann gilt als eine Pionierin in der Traumatherapie. Sehr früh hat sie erkannt, dass Psychotherapeuten Menschen nicht helfen können, wenn sie sich nur mit deren Leid befassen, ihre Ressourcen aber vernachlässigen. Im Psychologie Heute-Interview spricht die Psychoanalytikerin über innere Bilder in der Therapie und warum sie sich aktuell mit der Situation der Kriegskinder und Kriegsenkel auseinandersetzt

Frau Reddemann, Sie beschäftigen sich intensiv mit Ressourcenorientierung, mit Mitgefühl, Achtsamkeit und Würde in der Psychotherapie. Gibt es so etwas wie einen roten Faden in Ihrem Leben und in Ihrer Arbeit?

In der Apotheke meines Vaters stand auf einer Tafel der Spruch „Das Wohl des Patienten sei euer höchstes Gebot“. Dieser Spruch hat mich von Kindheit an begleitet, auch der Satz von Paracelsus „Der Arzt kuriert, und die Natur heilt“. Schon als zehnjähriges Mädchen wusste ich, dass ich Ärztin werden wollte. Das war sonnenklar. Ich hatte auch schon früh einen starken Gerechtigkeitssinn,...

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