Kleist und die menschliche Kränkbarkeit

08 / 2011 von:  Wolfgang Schmidbauer
 

Einsicht in die eigene seelische Situation macht Heinrich von Kleist zu einem Pionier der Narzissmusforschung. Sie kann auch neue Gesichtspunkte zu Werk, Leben und Tod des genialen Dichters beitragen.

Jemanden wie Heinrich von Kleist würde man heute in die Psychiatrie stecken. Schon als Kind sei er, so ist es überliefert, ein nicht zu dämpfender Feuergeist gewesen – man hätte ihm heute das Zappelphilippsyndrom zugeschrieben, und Pillen gegen ADHS hätte er bekommen, um den krassen Wechsel zwischen Hyperaktivität und Depressivität ins Flussbett der Gewöhnlichkeit hineinzudämmen. Aber könnten wir dann dieses grandiose dichterische Werk bewundern?“ So schrieb Hermann Kurtze in einer Sammelrezension von aktuellen Kleist-Biografien. Ich widerspreche diesem Urteil, nicht nur, weil es problematisch...

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