„Liebe ist ein gefährliches Gefühl“

10 / 2011 von:  Kate White im Gespräch
 

Wie wir Sexualität erleben, hängt unter Umständen mit frühen Erfahrungen zusammen. Die Körperlichkeit intimer Beziehungen weckt Erinnerungen an frühe Bindungserfahrungen. Deren Qualität beeinflusst auch die Qualität unseres Sexuallebens. Ein Gespräch mit der Londoner Psychoanalytikerin Kate White über die Bedeutung früher Erfahrungen für unsere gelebte Sexualität

PSYCHOLOGIE HEUTE  Frau White, in der psychoanalytischen Theorie ist die Sexualität noch immer eng verknüpft mit der Freudschen Triebtheorie. Ist diese Idee nicht mehr zeitgemäß?

KATE WHITE  In Bezug auf die Sexualität ist sie es nicht mehr. Meiner klinischen Erfahrung zufolge geht es beim Sex weniger um Trieb als um Beziehung. Die große Herausforderung beim Sex besteht also nicht darin, mit der eigenen Aggression klarzukommen, sondern darin, mit der Liebe klarzukommen. Für viele Menschen ist Liebe ja ein viel gefährlicheres Gefühl als Hass oder Neid. Denn man riskiert so viel mehr dabei:...

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