Liebe Leserin, lieber Leser

01 / 2015 von:  Ursula Nuber
 

Gewohnheiten sind wichtig. Sie erleichtern das Leben, reduzieren die Komplexität. Auch die Lektüre einer Zeitschrift kann zur lieben Gewohnheit werden: Das Layout ist einem vertraut, man freut sich auf einen bestimmten Autor oder eine Lieblingsrubrik. Wenn Sie regelmäßig Psychologie Heute lesen, erging es Ihnen bislang sicher ähnlich. Nun aber halten Sie die Januarausgabe in Händen und stellen fest: Das vertraute Blatt hat sich verändert! 

Zum einen ist da ein anderes Gesicht: Heiko Ernst, der Sie 36 Jahre lang an dieser Stelle begrüßte, hat sich in den Ruhestand verabschiedet und die Redaktionsleitung an mich abgegeben. Es ist mir eine Ehre, sein erfolgreiches Lebenswerk – gemeinsam mit einem engagierten Redaktionsteam – fortsetzen zu dürfen. 

Eine weitere Irritation des Gewohnten: das neue Erscheinungsbild. Psychologie Heute feierte im Oktober 2014 den 40. Geburtstag – und wie so viele 40-Jährige verspürte auch das Magazin den Wunsch nach Weiterentwicklung. Zwar gibt es für eine erfolgreiche Zeitschrift keinen Zwang zur Veränderung, doch in einer Zeit der zunehmenden digitalen Konkurrenz brauchen Printprodukte vermehrt gute Argumente. Die liefern wir durch ein lesefreundlicheres Layout und neue Inhalte. Auf drei Beispiele will ich Sie besonders hinweisen: 

- In der Rubrik Im Fokus sprechen Experten über Themen, die uns aktuell bewegen. In diesem Heft: Wie verkraften wir die täglichen Katastrophenmeldungen aus aller Welt (Seite 12)?

- Ganz besonders freut sich die Redaktion, dass die Bestsellerautorin Annette Pehnt in einer eigenen Kolumne mit literarisch-psychologischem Blick Alltagsphänomene unter die Lupe nimmt (Seite 78).

- Und wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wie seelische Probleme in einer Psychotherapie behandelt werden, dann erfahren Sie dies in der Therapiestunde (Seite 16).

Die Redaktion hat es in den letzten Monaten erlebt: An sich arbeiten, immer besser werden, auch mal an seine Grenzen gehen, das kann Freude machen. Vorausgesetzt, man strebt nicht nach absoluter Perfektion, sondern lässt einen Spielraum für Versuch und Irrtum und Fehler, aus denen man lernen kann. Das aber berücksichtigen immer weniger Menschen. Unsere Titelgeschichte thematisiert ein Phänomen, das um sich greift: den Perfektionismus. Offensichtlich hören viele auf eine innere Stimme, die sie unerbittlich antreibt. Der Zwang zur Selbstverbesserung ist zu einer Epidemie in dieser Gesellschaft geworden, sagen Experten und machen ihn für Erkrankungen wie Burnout, Essstörungen oder Depressionen verantwortlich. Wir berichten auf Seite 18 über diese gefährliche Entwicklung und zeigen Auswege aus der Perfektionismusfalle. 

Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion wünsche ich Ihnen viel Lesefreude an Ihrer neuen Psychologie Heute, die – wie Sie feststellen werden – trotz aller Veränderungen ihren bisherigen Werten treu bleibt.

Ihre Ursula Nuber

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