"Man sieht in den Dingen schon den Müll"

06 / 2013 von:  Wolfgang Ullrich im Gespräch
 

Wir leben in einer allgegenwärtigen Konsumkultur. Dennoch haftet dem „Besitzenwollen“ etwas Anrüchiges an. Im Gespräch mit Psychologie Heute erklärt der Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich, warum der Konsum einen so schlechten Leumund hat und wie der Weg vom infantilen zum wachen, selbstbewussten Konsumenten aussehen kann

PSYCHOLOGIE HEUTE Herr Professor Ullrich, Sie haben in Ihren Büchern über das Phänomen des Besitzergreifens geschrieben. Spiegelt Ihr Interesse für die Konsumkultur eine persönliche Leidenschaft wider?

Wolfgang ULLRICH  Nein, zu diesem Thema kam ich von der gegenteiligen Erfahrung, dass ich nämlich das Gefühl des Habenwollens selbst gar nicht kenne. Ich kann mich stundenlang in Kaufhäusern oder Supermärkten herumtreiben – einfach nur zum Gucken. Ich tue das sehr gerne, ungefähr so, wie andere Menschen ins Museum gehen. Es kommt sehr selten vor, dass ich dann etwas kaufen will. Ich finde die...

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