„Meine Familie ist Glück und Ballast zugleich“

05 / 2011 von:  Anne-Ev Ustorf
 

Frido Mann ist Psychologe, Theologe, Musiker, Autor. Für die Öffentlichkeit ist er aber vor allem der Lieblingsenkel von Thomas Mann – eine Rolle, die ihn stets begleitet und auch belastet hat: Er musste hart darum kämpfen, in der Schriftstellerdynastie als eigener Charakter bestehen zu können. Für alles brauchte der Suchende mehrere Anläufe.

Gottlob hat der Kleine seine Ermordung durch den Bösen gut überstanden“, schrieb Thomas Mann 1955 in sein Tagebuch. „Der Kleine“, das war sein 15-jähriger Lieblingsenkel Frido, der bereits im zarten Alter von vier Jahren hatte Pate stehen müssen für eine Romanfigur aus Dr. Faustus: den engelhaften Nepomuk Schneidewein, kleiner Neffe des Teufelsbündners Adrian Leverkühn, der den Jungen in „schreiender, sich bäumender Folter“ an einer Hirnhautentzündung sterben ließ. Der Großvater hatte seinem Enkel also den Teufel auf den Leib geschickt. Doch der Enkel selbst ahnte nichts von dieser...

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