„O, schaffet Schweigen!“

05 / 2013 von:  Otto A. Böhmer
 

Vor 200 Jahren wurde der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard geboren. Zeitlebens rang er um ein „wahres“ Christentum, und in seinen Schriften zeigt er sich als Vorläufer der Existenzialphilosophie. Kierkegaard war ein scharfsinniger Selbst- und Gottsucher mit provokantem, paradoxem Stil – und ein scharfer Beobachter seiner Zeit

Kierkegaards Diagnose seiner Zeit mutet aus heutiger Sicht merkwürdig modern an. Die Hektik, die Schnelllebigkeit, die er erkannte, hat sich noch gesteigert; sie nimmt globale Ausmaße an und besetzt mit den virtuellen Welten zusätzliches Terrain, das so faszinierend anmutet wie die Hochglanzfotos in den Katalogen der Reiseveranstalter. All das, anscheinend doch Leistungsbeweise für eine ungebremste Kreativität des Menschen, geht mit dem Verlust elementarer menschlicher Eigenschaften einher: der Fähigkeit, innezuhalten, ruhig zu werden, nachzudenken und zuzuhören; der Fähigkeit auch, über das...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele

Psychogramm einer überforderten Gesellschaft
gebunden, 256 Seiten, oekom Verlag, 2017

22,00 €inkl. 7% MwSt.