Sterbehilfe: Ein deutsches Tabu?

12 / 2011 von:  Wolfgang Schmidbauer
 

Angesichts der Ängste von Experten und Bürgern ist es in Deutschland besonders schwer, über die Hilfe zu einem Tod in Würde zu sprechen.

Bei manchen Naturvölkern sterben Menschen, die glauben, verhext zu sein, einen psychogenen Tod, den sie sich aus eigenem Entschluss nicht antun könnten. In unseren hochentwickelten Staaten dagegen fürchten wir ein von der Medizintechnik aufgezwungenes, von Schmerz und Scham getränktes Vegetieren. Der Arzt wird dann zur gnadenlosen Autorität, die den Wunsch zu sterben ähnlich abweist wie ein Militär den Wunsch des Soldaten, die Front zu verlassen. Debatten über Sterbehilfe, wie sie auch 2011 wieder auf dem Ärztetag in Kiel geführt wurden, wären überflüssig, wenn Menschen generell in der Lage...

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