„Straftaten sind eine sprachlose Form des Sprechens“

04 / 2012 von:  Gerhard Bliersbach im Gespräch
 

Gerhard Bliersbach schreibt seit zehn Jahren regelmäßig Gutachten über Straftäter, die als psychisch krank gelten. Aufgrund seiner Arbeit entscheiden Richter, wie groß der Bewegungsspielraum eines Verurteilten sein darf oder ob er schon bereit für die Freiheit ist. Psychologie Heute traf den psychoanalytisch orientierten Diplompsychologen zum Gespräch über seine Arbeit in Köln

PSYCHOLOGIE HEUTE  Herr Bliersbach, Sie erstellen sogenannte Prognosegutachten für den Maßregelvollzug. Was muss man sich darunter vorstellen?

GERHARD BLIERSBACH  Wir haben in Deutschland ein zweigliedriges Rechtssystem. Zum einen gibt es den Strafvollzug. Dort, im Gefängnis, landen die meisten Menschen, die für eine schwere Straftat verurteilt werden. Anders sieht es aus, wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass jemand für eine Tat nicht voll verantwortlich ist. Juristen sprechen dann von nicht oder vermindert schuldfähig. Das ist der Fall, wenn jemand eine Straftat im Zustand einer...

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