Sucht ist eine Krankheit. Wirklich?

12 / 2010 von:  Thomas Saum-Aldehoff
 

Fern und finster scheinen uns die Zeiten, in denen Sucht als Ausdruck sittlicher Verkommenheit galt und man dem Säufer und Opiumsüchtigen ein „Selbst schuld!“ entgegenwarf. Heute weiß man: Sucht ist eine Krankheit, und deshalb muss man Süchtige als Kranke behandeln. Da sind sich die Experten einig. Doch einer widerspricht

Sucht ist ein sehr ernstes Problem. Mehr als fünf Millionen Menschen sind allein in Deutschland von Alkohol und Nikotin abhängig. Hinzu kommen etwa anderthalb Millionen Medikamentensüchtige und eine halbe Million Dauerkonsumenten von illegalen Drogen wie Cannabis, Ecstasy, Kokain oder Opiaten. Sucht zerstört Existenzen, reißt Familien auseinander, verursacht immense volkswirtschaftliche Kosten. Sucht führt, wie man heu-te weiß, zu Umbildungen im Gehirn. Das Verlangen nach dem Rauschmittel beherrscht das Denken und Wollen, alles andere rückt in den Hintergrund. Sucht verändert die Psyche. Unter...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele

Psychogramm einer überforderten Gesellschaft
gebunden, 256 Seiten, oekom Verlag, 2017

22,00 €inkl. 7% MwSt.