Trauma – ein überstrapazierter Begriff?

09 / 2013 von:  Ulla Gosmann
 

Das Wissen um die Folgen, aber auch um die Behandlungsmöglichkeiten seelischer Traumata ist in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen. Auch die Gesellschaft registriert potenziell traumatisierende Situationen immer sensibler. Doch Kritiker warnen vor einer Überstrapazierung des Begriffs: Sie fürchten eine Verharmlosung wirklicher Traumata

"Ich sitze am Familientisch, bin unter Freunden, bei der Arbeit oder in einer grünen Landschaft, die Umgebung jedenfalls ist friedlich, scheinbar gelöst und ohne Schmerz; dennoch erfüllt mich eine leise und tiefe Beklemmung, die deutliche Empfindung einer drohenden Gefahr. Und wirklich, nach und nach oder auch mit brutaler Plötzlichkeit löst sich im Verlauf des Traumes alles um mich herum auf; die Umgebung, die Wände, die Personen weichen zurück; die Beklemmung nimmt zu, wird drängender, deutlicher. Dann ist alles ringsum Chaos, ich bin allein im Zentrum eines grauen wirbelnden Nichts; und...

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