Und wenn Opa und Oma doch Nazis waren?

06 / 2011 von:  Geneviève Hesse
 

Seit der Jahrtausendwende gerät die psychische Belastung der Nachkommen von NS-Tätern durch biografische Bücher und Filme verstärkt in den Fokus. Eine neue Form der Aufarbeitung bietet ein Berliner Institut durch Seminare über die familiären Folgen des Zweiten Weltkriegs an. Es ist der Versuch, die Familiengeschichte mit der Geschichte des Holocaust zu verbinden.

Über den Holocaust und die NS-Zeit wissen die Nachgeborenen meist gut Bescheid. Aber nur wenige wissen wirklich genau, was damals in ihren eigenen Familien geschah. In den letzten Jahren nahmen allerdings verstärkt Angehörige von ehemaligen Wachmännern, KZ-Aufseherinnen oder SS-Ärzten Kontakt mit den Gedenkstätten auf, berichtet die Historikerin Simone Erpel. Sie wollten wissen, ob ihre Angehörigen Verbrechen begangen hatten – in der Hoffnung, ihre Mütter, Väter, Omas oder Opas durch Fakten entlasten zu können. Dabei benötigten die Fragenden mehr als nur Beratung bei der Dokumentenrecherche:...

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