"Von Verdrängung kann keine Rede sein"

12 / 2010 von:  Svenja Goltermann im Gespräch
 

Welch psychische Zerstörungskraft die Gewalterfahrungen des Zweiten Weltkriegs für deutsche Soldaten und ihre Familien besaßen, demonstriert die Historikerin Svenja Goltermann in ihrem Buch "Die Gesellschaft der Überlebenden". Sie berichtet von den seelischen Folgen des Krieges und der Art und Weise, wie Gesellschaft und Psychiatrie diesen begegneten

PSYCHOLOGIE HEUTE  Frau Goltermann, Sie haben für Ihr Buch Hunderte psychiatrischer Krankenakten, wissenschaftlicher Studien und Medienberichte ausgewertet. Welche psychischen Auffälligkeiten beobachtete man in der Nachkriegsgesellschaft?

SVENJA GOLTERMANN  In der ganz unmittelbaren Nachkriegszeit – also den Jahren 1945 und 1946 – beobachteten die Ärzte vor allem in der städtischen Bevölkerung große Erschöpfung, Mattigkeit und Stumpfheit. Und Zustände sehr gereizten Verhaltens. Diese Symptome wurden fast als Massenphänomen wahrgenommen. Für die Besatzungsmächte waren diese...

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