„Wähler entscheiden gegen ihre eigenen Interessen“

08 / 2017 von:  Wolfgang Schweiger im Gespräch
 

Zunehmend geben Bürger der unteren Mittelschicht bei Wahlen ihre Stimme konser­vativen oder rechtskonservativen Parteien.
Immer im Glauben, dass diese eine Politik machen werden, die
ihnen nützt. Doch das ist ein Irrtum, sagt der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Schweiger. Und erklärt im Interview, welche Rolle die Mediennutzung spielt

Herr Schweiger, Sie behaupten, dass viele Bürger gegen ihre eigenen Interessen wählen, weil sie unzureichend informiert sind. Was genau meinen Sie damit?

Ausgangspunkt dieser These ist die Beobachtung, dass Menschen der unteren Mittelschicht häufig konservative oder rechtskonservative Parteien wählen. Aber nach meiner Wahrnehmung vertreten diese Parteien nicht die Interessen dieser Wähler. Also entscheiden sich solche Menschen im Grunde mit ihrer Wahl gegen ihre eigenen Interessen, und sie tun das vermutlich nicht, weil sie das so wollen. Ich sehe zwei mögliche Gründe dafür: Entweder sind sie...

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