"Was geht, Alda?" - Ist Kiezdeutsch ein neuer Dialekt?

02 / 2011 von:  Sylvia Meise
 

„Was guckst du?“ Dieser Spruch des Komikers Kaya Yanar karikiert die Sprechweise von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Im Fernsehen finden wir das alle lustig, im Alltag oft weniger. Das „Kiezdeutsch“ bedeutet für viele Sprachverfall und löst oft heftige Kritik aus. Zu Unrecht, wie die Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese belegt

Die „Kanaksprak“, das „Gossenstakkato“ ist ein Zeichen integrationsunwilliger Jugendlicher, ihr gebrochenes, verhunztes Deutsch trägt zum „Verfall der Sprache“ bei. Dies sind gängige Meinungen zu einem Sprachphänomen, das Heike Wiese als „Kiezdeutsch“ bezeichnet. Die Sprachwissenschaftlerin an der Universität Potsdam beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der Struktur dieser Umgangssprache und fand bei ihren Studien weniger Falsches als Systematisches und, grammatisch gesehen, weniger Türkisches oder Arabisches denn Deutsches in den Satzkonstruktionen. Ihr zentraler Befund: Kiezdeutsch ist eine...

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