Was Spiegelneurone leisten

11 / 2011 von:  Joachim Bauer
 

2005 erschien das erste deutschsprachige Buch über die wenige Jahre zuvor entdeckten Spiegelneuronen. Damals waren diese Zellen im deutschsprachigen Raum – auch in Medizin und Psychologie – noch weitgehend unbekannt. Der Mechanismus, nach dem Spiegelneurone arbeiten, wurde als so verblüffend empfunden, dass nicht wenige Wissenschaftler zunächst zweifelten, ob es hier mit rechten Dingen zugehe. Der Skepsis stand die Faszination gegenüber, mit der vor allem Psychotherapeuten und Pädagogen die Entdeckungen verfolgten

Eine von Giacomo Rizzolatti geführte Arbeitsgruppe an der Universität Parma hatte Mitte der 1990er Jahre bei Untersuchungen an Makakenaffen etwas Überraschendes entdeckt: Eine Untergruppe von Nervenzellen in der motorischen Hirnrinde (wo Bewegungen und Handlungen gesteuert werden) „feuerte“ nicht nur dann, wenn ein Tier eine zielgerichtete Handlung selbst ausführte (etwa wenn es nach Futter griff), sondern auch, wenn das Tier lediglich beobachtete, wie diese Handlung durch einen Menschen ausgeführt wurde.

Im Gehirn des Tieres lief also nahezu zeitgleich eine Art Kopie des beobachteten...

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