Wenn ich nicht schreibe, geht es mir sehr schlecht

10 / 2010 von:  Hanns-Josef Ortheil im Gespräch
 

Der Roman Die Erfindung des Lebens von Hanns-Josef Ortheil ist fast eine Autobiografie. Denn wie die Romanfigur Johannes Catt sprach auch der Schriftsteller Ortheil bis zu seinem siebten Lebensjahr kein Wort. Er war ein stummes Kind, eng gebunden an die durch traumatische Erfahrungen ebenfalls sprachlos gewordene Mutter. Dass er in und an diesem Schweigen nicht zugrunde ging, verdankt er vor allem der Musik, dem Schreiben und seinem Vater, der dem Jungen die Welt zeigte

PSYCHOLOGIE HEUTE Herr Ortheil, Sie waren bis zu Ihrem siebten Lebensjahr stumm, obwohl sie durchaus in der Lage gewesen wären zu sprechen. Haben Sie gar keine Laute von sich gegeben, niemals Dada oder Auto oder Gaga gesagt?

HANNS-JOSEF ORTHEIL In meinen ersten Lebensjahren, also in den Jahren, in denen man die ersten Laute artikuliert und in denen das Sprechen eigentlich losgeht, ist alles noch ganz normal verlaufen. Dann aber habe ich erleben müssen, dass meine Mutter, die im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit vier Söhne verloren hatte, immer schweigsamer und schließlich stumm...

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