William Stern - "Wir arbeiten nicht an Maschinen, sondern an Menschen!"

03 / 2011 von:  Martin Tschechne
 

In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verblüffte der in Berlin geborene Psychologe die Öffentlichkeit mit einem schier unerschöpflichen Einfallsreichtum: Dank seiner Vielseitigkeit und Energie etablierte sich die Psychologie als unentbehrliche Helferin in Begabtenförderung und Forensik, in Sprachentwicklung, Lehrertraining und Personalauslese. Vielleicht ist William Stern noch immer der Zeit voraus. Sein Menschenbild, der Kern seines Werks, wäre eine Wiederentdeckung wert.

Alles hängt mit allem zusammen. Seine frühen Laborstudien zur Wahrnehmung akustischer Veränderungen mit seinem Bild vom Menschen – als komplexes und eigenständiges Individuum nämlich, das sich unter keinen Umständen reduzieren lässt auf einen reagierenden Automaten. Die lebenslange Erfahrung von Skepsis und Ablehnung gegenüber seiner jüdischen Herkunft korrespondiert mit seiner Sorgfalt und dem Bedürfnis, alles gut und richtig zu machen; seine umsichtige und feine Art mit dem Kämpfertum seiner Kinder. Seine Schaffenskraft war für lange Zeit mit dem Erfolg verquickt, wechselseitig und in...

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