"Wir sind egoistisch und fair zugleich, es kommt ganz auf die Situation an"

04 / 2011 von:  Ernst Fehr im Gespräch
 

Der Mensch ist gut für die Wirtschaft, weil er ein Egoist ist – so lautete die schlichte Lehre der Ökonomen. Das Dogma des eigennützigen, kühl kalkulierenden Homo oeconomicus wurde in den letzten Jahren von der jungen Disziplin der psychologisch orientierten Verhaltensökonomie als Irrlehre entlarvt: Der Mensch auf den Märkten handelt emotionaler, sozialer und kooperativer, als „alte“ Ökonomie und Neoliberalismus glauben machen. – Ein Gespräch mit dem Züricher Wirtschaftsforscher Ernst Fehr

Psychologie Heute   Die Verhaltensökonomie beschäftigt sich mit menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen und untersucht Abweichungen oder Widersprüche zum „Standardmodell“ des rationalen, eigennutzorientierten Homo oeconomicus. Wie würden Sie Ihre Kritik an diesem Modell im Kern formulieren?

Ernst Fehr  Menschliches Handeln gehorcht nicht nur egoistischen Erwägungen, sondern schöpft aus einem reichen Vorrat sozialer Gefühle und Motivationen. Unsere Erkenntnisse dokumentieren immer wieder die Heterogenität der menschlichen Motive; Menschen sind nicht nur an Geld oder ökonomischen...

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