Wir sind mehr als unser Gehirn

01 / 2012 von:  Svenja Flaßpöhler
 

Die Hirnforschung gilt als die Wissenschaftsdisziplin schlechthin, wenn es darum geht, menschliche Gefühlsregungen zu erklären. Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomografie ermöglichen Einblicke ins arbeitende Gehirn und machen psychische Vorgänge, die ehemals im Verborgenen lagen, sichtbar. Die Resultate begeistern Forscher wie Laien gleichermaßen. Aber ist diese Disziplin tatsächlich in der Lage, den Menschen zu erkennen, wie er wirklich ist? Ein kritischer Blick auf die Neurowissenschaft.

Die Medulla oblongata ist ein sehr ernsthaftes und schönes Objekt. Ich erinnere mich genau, wie viel Zeit und Mühe ich vor Jahren ihrem Studium gewidmet habe. Aber heute muss ich sagen, ich weiß nichts, was mir für das psychologische Verständnis der Angst gleichgültiger sein könnte, als die Kenntnis des Nervenwegs, auf dem ihre Erregungen ablaufen.“ So behauptete Sigmund Freud Anfang des 20. Jahrhunderts in seiner Vorlesung über die Angst. Faszinierend sei das Gehirn, betörend seine Schönheit; doch über das Seelenleben des Menschen verrate es nichts.

Heute, fast hundert Jahre später, steht...

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