"Zweifel macht stark"

03 / 2011 von:  Andreas Urs Sommer im Gespräch
 

Zweifeln ist lästig, wir haben es gerne eindeutig. Wer unsicher ist oder zögert, bekommt Probleme, denn kritisches Innehalten ist nicht erwünscht, wo Entschlossenheit als Tugend gilt. Für den Philosophiehistoriker Andreas Urs Sommer ist eine gesunde Portion Skepsis jedoch wichtig für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung.

PSYCHOLOGIE HEUTE  Es wird heute doch genügend bezweifelt, misstraut, vermutet, unterstellt, herumgekrittelt. Warum finden Sie es da überhaupt noch wichtig, das Zweifeln zu fördern?

ANDREAS SOMMER  Sicher, es wird viel misstraut und gezweifelt. Aber dieser Zweifel bleibt doch oberflächlich; er ist destruktiv, lähmt und führt in Verzweiflung. Ich habe eine andere Art des Zweifels im Blick: ein skeptisches Denken, das kultiviert und entwickelt werden muss. Zweifel soll kein eigenständiges Urteil ersetzen. Vielmehr ist der Zweifel die Voraussetzung dafür, dass man sich ein solches Urteil bilden...

Diesen Artikel:

Aboservice

Jahres-, Studenten- oder Geschenkabo: Sie wählen Ihr Abonnement – wir bieten interessante Prämien! Zum Abo-Shop.

 

 

Neu im Shop

Wolfgang Schmidbauer: Raubbau an der Seele

Psychogramm einer überforderten Gesellschaft
gebunden, 256 Seiten, oekom Verlag, 2017

22,00 €inkl. 7% MwSt.