DIE BEDEUTUNG DER FRÜHEN JAHRE
Die Spuren der Kindheit
Wie war die Kindheit?
Es ist inzwischen vielfach belegt: Was wir in unseren ersten Lebensjahren erfahren, kann unsere weitere Entwicklung und unsere seelische Stabilität erheblich beeinflussen. Wurden in unserer Kindheit wichtige Bedürfnisse nicht erfüllt, dann hat das mit großer Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf unsere Lebensqualität. Dennoch muss Kindheit nicht Schicksal sein. Von Ursula Nuber
„Traumatische Beziehungserfahrungen brennen sich direkt in das kindliche Gehirn ein“
Der renommierte Psychiater und Psychoanalytiker
Allan Schore aus Los Angeles untersucht die Auswirkungen frühkindlicher Bindungserfahrungen auf die Hirnentwicklung. Mit Psychologie Heute sprach er über die Wichtigkeit von Bindungen, die Ursprünge schwerer psychischer Störungen und neue Ansätze in der Psychotherapie.
KOMMUNIKATION
Wie entsteht ein gutes Gespräch?
Miteinander reden, einander zuhören, ein wirklich gutes Gespräch mit einem anderen Menschen führen – das ist heute zu einer Seltenheit geworden. Viel zu oft sind wir mit uns selbst beschäftigt, wollen nur unsere Sorgen und Gedanken loswerden oder finden im Alltagsstress keine Zeit, dem anderen unser Ohr zu schenken. Dabei wünschen wir es uns sehr, das gute Gespräch.
Von Birgit Schönberger
GESELLSCHAFT UND PSYCHE
Die Krisen und unsere Mitverantwortung
Seit Jahrzehnten haben wir unsere Aufmerksamkeit vornehmlich auf äußere Bedrohungen gerichtet, die uns halfen, uns von den selbstgemachten Problemen abzulenken. Das waren die Russen im Kalten Krieg, dann der Terror in den Balkankriegen, die Anschläge vom 11. September, Saddam Hussein und al-Qaida und nunmehr die Taliban am fernen Hindukusch. Aber jetzt stehen zwei Bedrohungen vornan, die wir erkennbar selbst verschuldet haben oder die zumindest aus unserer eigenen Gesellschaft kommen.
Von Horst-Eberhard Richter
ARCHITEKTUR
Abweisende Neubauten
Wir leben heute in einer zersiedelten und zugebauten Welt. Viele neue Vorstädte und Industriegebiete wirken kalt und unwirtlich. Eine solche Umgebung lässt unser Inneres verwahrlosen und unsere Sinne abstumpfen. Der Architekt und Philosoph
Georg Franck plädiert deshalb für eine Baukultur, die sich wieder mehr am Menschen und seinen Bedürfnissen orientiert.
LANDSCHAFTSPSYCHOLOGIE
Das ist aber schön hier!
Man braucht nur eine beliebige Urlaubsbroschüre durchzublättern, schon stößt man auf Äußerungen wie: „herrliche Landschaft“, „reizvolle Küste“, „schöne Natur“ oder „toller Anblick“. Offenbar meinen die Werber, jeder verstünde sie sofort, wenn sie eine Ferienregion so beschreiben. Aber haben wir wirklich alle die gleiche Vorstellung von einer reizvollen Gegend? Wenn uns eine Landschaft gefällt – was gefällt uns daran eigentlich? Und warum?
Von Walter Schmidt
PHILOSOPHIE UND ZEITGEIST
Die Welt da draußen und unsere kommunikativen Utopien
Der Philosoph
Peter Sloterdijk über das Leben auf gut vernetzten Inseln, über die Hoffnung auf eine Weisheitskultur und den anhaltenden Drang der Menschheit, sich durch Übung und Askese weiterzuentwickeln.
PERSÖNLICHKEIT
Lebenslügen und Legenden
Öfter als wir denken, schreiben wir Erfolg ausschließlich unseren Fähigkeiten zu und machen unsere Taten noch etwas größer, wenn wir anderen davon berichten. Unsere Niederlagen dagegen spielen wir herunter und versuchen wir zu vergessen. Gar nicht so selten erfinden wir Geschichten über unser Leben, an die wir ganz fest glauben. Sie sollen unser Selbstbild bewahren und festigen, indem sie es vor kaum erträglichen Wahrheiten schützen.
Von Martin Hecht
PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
Psychopathen: Geborene Ausbeuter?
Psychopathen sind außergewöhnlich begabt: Sie wissen genau, was in anderen vorgeht. Sie können sich einfühlen – aber sie empfinden niemals Mitgefühl. Ihre Empathie nutzen sie ausschließlich zum eigenen Vorteil.
Von Jochen Paulus
Beachten Sie bitte: Zu diesem Artikel gibt es eine Literaturliste, die nur im Internet abrufbar ist – Sie finden sie unter der Adresse:
www.psychologie-heute.de/literaturliste/
psychopathen_0910.html
DAS PORTRÄT: MARK SOLMS
„Auch ein Neuropsychologe kann sich für die Tiefe der Seele interessieren“
Zentrale Hypothesen Sigmund Freuds sind heute wieder topaktuell. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hat der Neuropsychoanalytiker
Mark Solms. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, freudianische Konzepte mit modernen Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns in Einklang zu bringen.
Von Annette Schäfer
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