www.psychologie-heute.de | Artikelübersicht Heft 4/10
DIE ARTIKEL IM HEFT 4/2010
SINN

Suchet und ihr werdet finden!

Wann „lohnt“ sich das Leben?

In unserer Zeit der Krisen und schwindenden Gewissheiten wächst – wieder einmal – das Bedürfnis nach Sinn. Doch dummerweise lässt sich die ewige Sinnfrage nicht ein für alle Mal beantworten. Ob wir das Leben für sinnvoll halten, hängt weniger von tiefschürfenden philosophischen Erkenntnissen ab als von vielen kleinen Gegebenheiten in unserem Alltag. Sinn finden wir weniger in den letzten als in den nächsten Dingen. Wir sind heute unsere eigenen Sinnstifter, selbst wenn uns der ganz große Sinn verschlossen bleibt. Von Heiko Ernst
NEUROENHANCEMENT

Länger wach: Die Dynamik
des Neurokapitalismus

Wer wollte nicht besser denken, schneller lernen und reagieren, länger aufmerksam und wach bleiben? Neuroenhancement verspricht genau das: Leistungssteigerungen für nahezu alle Teilfähigkeiten des menschlichen Gehirns – vor allem durch pharmakologische Hilfsmittel. Brauchen wir diese „Verbesserungen“ wirklich? Und wem nützen sie eigentlich? Von Hennric Jokeit, Ewa Hess

Angriff aufs Gehirn: Wie viel
Neurowissenschaft vertragen wir?

Gehirnforschung scheint die neue Leitwissenschaft unserer Zeit zu werden: Sie kann bereits erstaunliche Leistungen vorweisen – aber wo liegen ihre ethischen Grenzen? Ist auch das Gehirn gesunder Menschen ein legitimes Experimentierfeld für „Verbesserungen“? Von Svenja Flaßpöhler
PALLIATIVMEDIZIN

„Das Leben vom Tod her verstehen“

Der Palliativmediziner Gian Domenico Borasio hält es für einen weitverbreiteten Irrtum, die Palliativmedizin nur als eine Schmerztherapie zu sehen. Der Patient und seine Familie benötigten darüber hinaus noch eine psychosoziale, vielleicht auch eine spirituelle Begleitung, dies mache die Hälfte einer angemessenen Betreuung aus. – Ein Gespräch über das Sterben, über Lebensqualität am Ende und den „guten Tod“.
ZUKUNFT DES KAPITALISMUS

Renaissance des Humanismus?

Erich Fromm hat vor über 40 Jahren Erstaunliches vorweggenommen: Seine Ausführungen zum „Marketingcharakter“ lesen sich wie eine aktuelle Diagnose. Der große Sozialpsychologe, Philosoph und Humanist, der am 23. März 110 Jahre geworden wäre, erkannte in der ökonomischen Krise eine Krise der Menschheit. Gibt Fromms humanistisches Credo auch eine Antwort auf die Probleme unserer Zeit? Von Jürgen Meier

Die Wiederkehr des ehrbaren Kaufmanns?

Der Kapitalismus gilt seit seiner jüngsten Krise auch in bürgerlichen Schichten nicht mehr als das ideale Wirtschaftsmodell. Das Leitbild des egoistischen, profit- und gewinngierigen Homo oeconomicus wankt. Aber welches Wirtschaftsmodell und welches Menschenbild kann die Akteure der Globalisierung leiten? Ein Plädoyer des Berliner Managementforschers Daniel Klink für den ehrbaren Kaufmann und eine Verantwortungsökonomie der globalen sozialen Marktwirtschaft.
GEFÜHLE

Ekel – die moralische Emotion

Ekel ist ein mächtiges Gefühl. Es beeinflusst unser Leben auf Wegen, von denen wir nichts ahnen: Ekel kann Vorurteile auslösen und verstärken, er spielt überdies eine gewichtige Rolle bei Ängsten, Zwängen, Essstörungen und anderen psychischen Problemen. Lange Zeit ignorierten die Psychologen diese Emotion geflissentlich. Der Grund liegt auf der Hand: „Ekel ist eklig.“ Robustere Forschernaturen hat das nicht abgehalten, sich der Erforschung dieses Gefühls nun anzunehmen. Von Jochen Paulus
PSYCHOLOGIE & FILM

Happy-Go-Lucky – das
Glück als Konstruktion

Was macht glücklich? Die Ansichten darüber können weit auseinanderliegen. Das zeigt uns der Film „Happy-Go-Lucky“ – die erste Komödie des britischen Regisseurs, Autors und Schauspielers Mike Leigh –, in dem eine unerschütterliche Optimistin und ein eingefleischter Pessimist in einem kleinen Auto aufeinandertreffen. Von Gabriele Weyand
DELFINTHERAPIE

Doc Dolphin – magischer Heiler
oder ausgebeutete Kreatur?

Die Bilder kennt jeder: Geistig oder körperlich behinderte Kinder spielen und schwimmen mit Delfinen. Das macht ihnen nicht nur Spaß, sondern soll angeblich auch ihre Gesundheit deutlich verbessern. Betroffene Eltern scheuen weder Geld noch Aufwand, um ihren Kindern diese Delfintherapie zu ermöglichen. Doch wie es scheint, helfen die geschundenen Tiere nur den Anbietern. Von Colin Goldner
PSYCHOTHERAPIE

„Psychotherapie ist etwas ganz Normales“

Es gibt wohl kaum jemanden, der mit sich rundum zufrieden ist. Einige schaffen es trotz gutem Willen nicht, vom gesundheitsschädlichen Qualmen zu lassen; andere steigen aus Furcht in kein Flugzeug; wieder andere verbringen ganze Tage grübelnd auf der Couch oder sind zu schüchtern, um unter die Leute zu gehen. Dabei könnten wir das ändern – mithilfe von Psychotherapie. Rosemarie Piontek beschreibt im Psychologie-Heute-Gespräch, was genau in den therapeutischen Sitzungen passiert und wie Veränderungsprozesse vor sich gehen.
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