www.psychologie-heute.de | Artikelübersicht Compact 15
DIE ARTIKEL IN COMPACT 15 (2006)
LIEBESLEBEN

Das Erfolgsrezept glücklicher Beziehungen

Manche Paare lieben sich auch noch nach vielen Jahren Ehe. Wie haben sie es geschafft, jahrzehntelang in guten und schlechten Zeiten zusammenzubleiben? Was ist ihr Geheimnis? 663 in erster Ehe verheiratete Paare, die durchschnittlich 27 Ehejahre vorweisen konnten, gaben Auskunft und nannten folgende „Zutaten“ für eine gute Ehe: Toleranz und Akzeptanz, Vertrauen und Ehrlichkeit, Liebe, konstruktive Konfliktlösung und Kommunikation, gemeinsame Interessen, Solidarität, Freiräume behalten, Treue. Von Klaus A. Schneewind und Eva Wunderer

Was denkst du?

Was Partner übereinander und über ihre Beziehung denken, hat großen Einfluss darauf, wie zufrieden sie miteinander sind, wie häufig und wie konstruktiv sie streiten und wie stark sie sich gegenseitig unterstützen. Besonders förderlich für eine gute Beziehung sind dabei folgende Denkprozesse: Man sieht den Partner durch eine rosarote Brille, idealisiert ihn. – Man hält die Liebe nicht nur für Schicksal, sondern glaubt auch an ihre Veränderbarkeit. – Man stellt an den Partner hohe Ansprüche. – Man führt negative Ereignisse auf äußere Umstände zurück, macht nicht grundsätzlich den Partner dafür verantwortlich. – Man denkt positiv über die gemeinsame Zukunft. Von Eva Wunderer

Du, nur du allein!

Gibt es sie, die einzige, die große, die absolute Liebe? Wahrscheinlich nicht. Denn der Wunsch nach Verschmelzung mit dem anderen stößt früher oder später an Grenzen, weil es sich bei Liebenden bei aller Nähe um zwei getrennte Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen handelt. Doch auch wenn absolute Liebe auf Dauer nicht möglich ist: Auf jeden Fall gibt es die Sehnsucht danach. Und die ist ernst zu nehmen und sollte nicht als krankhaft oder unreif abgewertet werden. Von Jürg Willi

Zwei sind in der Liebe nicht genug

Wenn wir einen Menschen lieben, wollen wir ihn immer um uns haben. Einflüsse von außen sind unerwünscht. Aus Eifersucht und Verlustangst sind wir bestrebt, das bedrohliche Dritte auszuschließen – sei es ein anderer Mensch oder ein leidenschaftliches Interesse des Partners. Dass jedoch der andere ohne jenes Dritte an Wert verliert, merken wir häufig erst zu spät. Von Svenja Flaßpöhler

Warum nur einen lieben?

Warum gehen Frauen fremd? Was treibt sie in die Arme eines anderen Mannes? Es gibt viele Gründe, warum Frauen untreu werden, sagt die Psychotherapeutin Gisela Runte. Ein Grund tauchte aber in ihren Gesprächen mit untreuen Frauen immer wieder auf: In langjährigen Beziehungen werden Frauen von ihren Männern häufig wie ein selbstverständliches Möbelstück behandelt. Die Alltagsroutine tötet jede Erotik. Diese Frauen fühlen sich wie Aschenputtel. Kommt dann plötzlich jemand, der sie bewundert, verwöhnt und nicht für selbstverständlich hält, fühlen sie sich wieder wie eine „Prinzessin“ – und werden schwach.

Zu viel Nähe macht lustlos

Untersuchungen belegen, dass ältere Paare durchschnittlich im Alter von Ende 60 aufhören, miteinander Sex zu haben. Doch das ist nur ein Mittelwert. Tatsächlich gibt es einige Paare, die sehr viel früher ihre sexuelle Aktivität einstellen oder bereits in jungen Jahren längere Phasen sexueller Abstinenz haben. Sexuelle Unlust ist in Partnerschaften weit verbreitet. Was sind die Gründe dafür? Und ist sexuelle Lustlosigkeit immer ein Grund zur Sorge? Von Kirsten von Sydow

Erotische Fallen

Paare haben oft fest gefügte Vorstellungen, wie der Sex in ihrer Beziehung sein muss oder sein darf. Zum Beispiel: Sex muss spontan sein! Oder: Man muss auf die Wünsche des anderen immer Rücksicht nehmen! Oder: Sex ist identisch mit Beziehung!
Mit diesen und anderen Vorstellungen bauen sie sich Fallen, in denen die Lust langsam abhanden kommt. Von Ulrich Clement

„Man muss mit dem Vergleichen aufhören“

Einen Tisch, ein Flipchart, einen Filzstift – mehr benötigt der Psychologe und Kabarettist Bernhard Ludwig nicht, um den Menschen, die in seine Vorstellungen kommen, ein ernstes Thema näher zu bringen: sexuelle Lustlosigkeit. Für dieses Problem hat Ludwig eine einfache Formel gefunden: „Sexuelle Lustlosigkeit ist Erwartetes, dividiert durch Erreichtes.“ Die Paare amüsieren sich köstlich in seinen Veranstaltungen. Und haben oft mehr Aha-Erlebnisse als bei einem Gespräch mit einem Sexualtherapeuten. Von Ursula Nuber

„Es macht mich an, mit dir zu chatten“

Viele Menschen nutzen E-Mail, Chat oder Webcam zum erotischen Austausch. Wer in diesen sexuellen Kontakten nur Ersatzhandlungen einsamer Sexsüchtiger sieht, weiß nicht, wie viel soziale und sexuelle Kompetenz ein Cybersex-User besitzen muss. Von Nicola Döring
Alltagsstress:

Die größte Prüfung für die Liebe

Stress macht auf Dauer krank. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass er auch Beziehungen zerstören kann. Zunehmend stellen Experten fest: Wenn Paare keine wirksamen Mechanismen zur Stressbewältigung entwickeln, besteht die Gefahr, dass ihre Beziehung auseinander bricht. Von Evelyn Horsch und Maria Speck

Im Gespräch bleiben

Die Mühsal des Alltags lässt Paare oft verstummen. Statt Probleme gemeinsam zu meistern, isolieren sich die Partner voneinander. Dabei ist eine gute Kommunikation die Basis für eine glückliche Beziehung. Ist die Kommunikation gestört, schwindet das Gefühl der Nähe und des Verstandenwerdens. Woran aber erkennt man eine gute Kommunikation? Wichtig ist, dass sich beide Partner genügend Raum geben, um über sich, die eigenen Wünsche wie auch Probleme sprechen zu können. Von Guy Bodenmann und Annette Cina

Der Partner ist nicht selbstverständlich

Im täglichen Einerlei wird der Partner oft aus den Augen verloren. Weil man sich um so vieles kümmern muss, hält man den anderen für selbstverständlich. Das aber kann zu einem nicht ungefährlichen Stressfaktor werden. Von Ursula Nuber

Untreue: Versöhnung ist möglich

Untreue ist nach wie vor einer der häufigsten Scheidungsgründe. Ganz offensichtlich sind Paare nicht in der Lage, mit dem damit verbundenen Stress fertig zu werden. Eine neue Therapie verspricht den Betroffenen Unterstützung. Von Sannah Koch

Die leisen Mittel der Macht

Wenn Partnerschaften sich zum Schlechten verändern oder gar scheitern, dann sind häufig unerkannte Machtprozesse dafür verantwortlich. Vor allem die leisen Machtstrategien – wie ständiges Zuspätkommen, das verzögerte Erledigen von Aufgaben oder Schweigen und innere Emigration – können langfristig eine destruktive Wirkung entfalten. Von Wolfgang Krüger

Wer setzt seinen Willen durch?

Wenn in einer Partnerschaft die Macht dauerhaft ungleich verteilt ist, hat die Liebe kaum eine Chance. Von Axel Wolf

Gefühle zeigen, Bindung stärken

Toleranz und Akzeptanz, Vertrauen und Offenheit, Liebe und Zuneigung – das sind einige der Hauptelemente für eine gute Ehe. Glücklich die Paare, die in ihrer Beziehung all das vorfinden. Was aber machen jene Menschen, in deren Partnerschaft es an allen Ecken und Enden knirscht, die das Vertrauen zueinander verloren haben und die gar nicht mehr wissen, ob sie sich noch lieben? Von Anna Roming
NEWS COMPACT
  • Verliebte sind verrückt
  • Wenn aus Liebe Freundschaft wird
  • Abflauendes sexuelles Verlangen: Lieber kuscheln
  • Hand in Hand: Berührung beruhigt
  • Das Hormon der Liebe
  • Gierige Männer, berechnende Frauen
  • Das erste Mal: Er hat die Verantwortung
  • Die Liebe ist stärker als der Tod
  • „Wir wollen Kinder!“ – Was wird aus den Plänen?
  • Serielle Partnerschaften: Suchen, ausprobieren, neu suchen
  • Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus?
  • Dominante Frau, zufriedener Mann
  • Eine Frau wie Mutter – wie Eltern die Partnerwahl beeinflussen
  • Stabile Beziehungen: „Das sehe ich auch so!“
  • Der Einfluss der Eltern – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
  • Männer: Gefährliches Alleinsein
  • Gescheiterte Beziehung: Wer ist schuld?
  • Liebeskummer lohnt sich
  • Ungünstige Konstellation: Sie redet, er leidet
  • Streit durch unterschiedliche Gehirnstrukturen?
  • Du-Botschaften: „Du hast schon wieder …“
  • Streitregeln: „Halte Deine Gefühle im Zaum!“
  • Verlustangst bewirkt Probleme
  • Bei zu viel Bewunderung: Böses Erwachen
  • Männer über Frauen im Stress: „Selbst schuld!“

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