SELBSTERKENNTNIS
Aus eigener Kraft
Die Stärken des Selbst
Die meisten Menschen sind zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens mit schwierigen oder bedrohlichen Situationen konfrontiert. Doch nicht jeder bewältigt sie auf die gleiche Weise. Manche leiden so sehr unter dem belastenden Geschehen, dass sie aus der Balance geraten und sie über lange Zeit hinweg nicht mehr finden. Andere wirken auf seltsame Weise immun gegen die Angriffe des Schicksals, sie bleiben seelisch und körperlich gesund, obwohl ihre Lebensbedingungen alles andere als einfach sind.
Zunehmend interessieren sich Forscher für jene Menschen, die an seelischen Belastungen nicht zerbrechen, sondern sogar noch daran wachsen. Was unterscheidet sie von anderen? Was befähigt sie, selbst heftigsten Lebensstürmen standzuhalten?
Von Ursula Nuber
„Häufig suchen Menschen
das Glück an der falschen Ecke“
Ein Gespräch mit der Psychotherapeutin
Rosmarie Welter-Enderlin über die Fähigkeit, widrige Umstände zu bewältigen.
Den eigenen Wert stärken
Was kann ich? Was bin ich wert? Wer diese wichtigen Fragen positiv beantwortet, hat festen Boden unter den Füßen. Denn ein starkes Selbst ist der Garant für Lebenszufriedenheit, Gesundheit und Erfolg. Umgekehrt kann ein schwaches, instabiles Selbstwertgefühl Lebenschancen verbauen und zu ernsthaften Problemen führen. Wie erwirbt man ein starkes Selbst? Und wie lässt sich ein schwaches Selbstwertgefühl stärken?
Von Ursula Nuber
„Die Messlatte liegt zu hoch!“
Die Psychotherapeutin
Friederike Potreck-Rose erklärt, wie man den eigenen Selbstwert erhöhen kann.
Box dich durch – zu dir selbst
Menschen leiden oft lieber unter gewohnten Verhaltensweisen, anstatt die dahinterliegende Einstellung zu ändern. Leiden erscheint leichter als Handeln. Wer jedoch etwas verändern und neu sehen lernen will, muss alte Sicherheiten aufgeben und sich seinen Ängsten stellen. Die Methode des Boxcoachings hilft, chronifizierte Muster aufzubrechen.
Von Kai Hoffmann
Der freundliche Blick auf sich selbst
Als Erklärung für die emotionale Stabilität mancher Menschen wird häufig angeführt, dass sie eben ein besonders hohes Selbstwertgefühl besäßen – dass sie also ein sehr positives Bild von sich und ihren Fähigkeiten hätten. Aber das ist nur eine Facette des Phänomens. Neuerdings sind Psychologen einer Persönlichkeitseigenschaft auf der Spur, die sie „Selbstmitgefühl“ (self-compassion) nennen und die offenbar von besonderer Bedeutung für das psychische Wohlergehen ist.
Von Simon Ehlers
Die große Selbstüberschätzung
Wie gut wissen wir über unsere Talente und starken Seiten Bescheid? Wie gut kennen wir unsere Schwachstellen? Die Antwort auf beide Fragen heißt: schlecht. In puncto Selbsterkenntnis sind wir oft mit Blindheit geschlagen. Andere Menschen kennen uns manchmal besser als wir uns selbst. Psychologen haben festgestellt, dass unsere Fähigkeit zur Selbsterkenntnis sehr bescheiden ist. Im besten Falle lässt sie sich mit „kaum ausreichend“ benoten. Und das betrifft fast alle Menschen – kaum jemand ist wirklich so klug und weise, dass er ein realistisches und genaues Porträt seiner eigenen Persönlichkeit zeichnen könnte. Es scheint, als ob die mangelnde Einsicht ins eigene Ich ein Strukturfehler in unserer Wahrnehmung ist.
Von Heiko Ernst
Das kann ich besser!
Unwillkürlich und oft unbewusst vergleichen wir uns mit den Mitmenschen. Nicht nur in Situationen wie jener auf der Straße – auch im Büro, an der Supermarktkasse oder auf dem Tennisplatz. Kein Wunder, denn nach psychologischer Lehrmeinung verbringen wir acht Prozent unserer Zeit damit, über uns selbst nachzudenken! Wir wollen wissen, was für Menschen wir sind, wie gut wir bestimmte Dinge können. Ob wir mit unserem Leben zufrieden sein dürfen. Und nichts bringt uns schneller zu einer Einschätzung über uns selbst als der Vergleich mit anderen.
Von Rainer Kellers
Selbstkontrolle – Fehleinschätzung?
Warum essen wir mehr, als wir wollen? Warum fällt es so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören? Warum geben wir zu viel Geld für Unnützes aus? Es fehlt uns an Selbstbeherrschung. Psychologen haben die mangelnde Selbstkontrolle erforscht und machen sie für viele Probleme verantwortlich. Unter anderem schadet fehlende Selbstbeherrschung der Gesundheit und ist verantwortlich für alle Arten von Sucht.
Von Jochen Paulus
Selbstmitleid macht passiv
Warum ich? Warum passiert das gerade mir? Weshalb meint das Schicksal es ausgerechnet mit mir so schlecht? Wenn das Leben nicht so will, wie man es sich erhofft, wenn es kleinere oder auch größere Nackenschläge austeilt, dann ist es nur verständlich, dass man sich in seinem Elend selbst leidtut. Doch so angenehm das Gefühl kurzfristig sein mag, langfristig erweisen sich selbstmitleidige Menschen keinen Dienst.
Von Peter Düweke
NEWS COMPACT
- Big Five in allen Kulturen nachweisbar: Die Persönlichkeit hat biologische Grundlagen, über die wahrscheinlich alle Menschen gleichermaßen verfügen
- „Ich kann das nicht so gut“ – Selbstkritik ist eine geschickte Methode, anderen den Wind aus den Segeln zu nehmen
- Selbstkontrolle: Die Anstrengung muss sich lohnen
- Selbstvorwürfe machen einsam: Wer anderen ihre Fehler nachträgt, lädt sich oft eine große Bürde auf – schlimmer noch aber scheint Härte gegen sich selbst zu sein
- Was ist daran witzig? – Worüber ein Mensch lacht, gibt Auskunft über seine Persönlichkeit und seine psychische Verfassung
- Zeigen, was man draufhat: Narzisstische Menschen wollen in den Augen der anderen bestehen
- Sonnige Gemüter: Extravertierte Menschen lassen sich ihre gute Laune nicht so schnell vermiesen
- Unter Einfluss: Gruppendruck kann die eigene Wahrnehmung verändern und uns dazu verleiten, Falsches für richtig zu halten
- Von wegen objektiv! –
Warum wir uns oft ungerecht verhalten, ohne es zu merken
- Selbstunsicherheit: Wie machen das die anderen?