„Die Erfolgreichen interessieren mich weniger als die Verzweifelten“

01 / 2013 von:  Hans Weingartner im Gespräch
 

Hans Weingartner ist einer der interessantesten deutschsprachigen Regisseure. In seinen Filmen Das weiße Rauschen und Die fetten Jahre sind vorbei widmet sich der studierte Neurowissenschaftler vorzugsweise den Schaltstellen zwischen Psyche und Gesellschaft, versucht seelische Zustände mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen zu verknüpfen. Mit Psychologie Heute sprach der österreichische Regisseur über seinen neuen Film Die Summe meiner einzelnen Teile – und seinen Wunsch, in der Depressionsforschung zu arbeiten.

PSYCHOLOGIE HEUTE  Herr Weingartner, Ihr neuer Spielfilm heißt Die Summe meiner einzelnen Teile und handelt von einem Mathematiker mit gutem Job, Freundin und Wohnung, der an einer Psychose erkrankt. Die Gesellschaft kann damit offenbar nicht umgehen: Nach der Entlassung aus der Psychiatrie verliert dieser Mann, Martin, alles, landet irgendwann auf der Straße. Sein einziger Weg zur Genesung scheint fernab von der Gesellschaft, im Wald möglich zu sein. Was hat Sie dazu bewogen, diese Geschichte zu erzählen?

HANS WEINGARTNER  Ursprünglich wollte ich einen sozialkritischen Film machen, über...

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