„Warum sollte die Psyche gesünder sein als der Rest des Körpers?“

01 / 2013 von:  Hans-Ulrich Wittchen im Gespräch
 

Seit einigen Jahren schlagen die Sozialversicherungen Alarm: Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden krankgeschrieben oder sogar frühverrentet. Werden wir alle immer gestörter? – Fragen an den Epidemiologen Hans-Ulrich Wittchen, der im Auftrag der EU seit mehr als zehn Jahren anhand großer Bevölkerungsstudien die Verbreitung psychischer Störungen in Europa verfolgt.

PSYCHOLOGIE HEUTE  Herr Professor Wittchen, in Ihrer jüngsten Studie bezeichnen Sie psychische Störungen als „Europas größte Herausforderung in der Gesundheitsvorsorge des 21. Jahrhunderts“. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? 

HANS-ULRICH WITTCHEN  Das ist eine dringliche, aber nicht neue Einschätzung. Seit mehr als zehn Jahren versuchen wir, den Fachleuten, den Politikern und der Öffentlichkeit klarzumachen, wie verbreitet, belastend und kostspielig psychische Störungen sind – vor allem wenn sie nicht erkannt und behandelt werden. 

PH  „Europas größte Gesundheitsherausforderung“, das...

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