Inzwischen haben Wissenschaftler Genaueres darüber herausgefunden, wie negative Gefühle und psychische Belastungen das Lungenleiden beeinflussen. Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, und immer mehr Kinder und Erwachsene leiden darunter.
Symptome wie Atemnot und Husten können unter anderem durch Allergene wie Pollen und Tierhaare ausgelöst werden. Bei einem Asthmaanfall zieht sich die Muskulatur der kleineren Atemwege zusammen, sie verkrampft. Durch Entzündungsreaktionen schwillt außerdem die Bronchialschleimhaut an, und eine starke Schleimproduktion verengt die Atemwege noch weiter. Das Ergebnis: Atemnot.
Durch heftiges Husten versucht der Körper, die Bronchien wieder durchgängiger zu machen. Die Bereitschaft der Atemwegsschleimhaut, auf verschiedene Reize vorschnell mit Entzündungen zu reagieren, ist ein Hauptproblem bei Asthma. Aus amerikanischen Studien weiß man, dass bei Studenten mit Asthma in Prüfungszeiten die Entzündungsreaktionen in der Lunge zunehmen. Forscher der University of Wisconsin haben den Einfluss der Psyche genauer untersucht.
Sie zeigten Versuchspersonen während eines leichten Asthmaanfalls verschiedene Wörter. Neutrale Wörter wie „Vorhang“, selbst negative Begriffe wie „einsam“ hatten keinen Effekt. Bei Wörtern wie „keuchen“, „husten“ oder „ersticken“, die die Probanden an ihr Asthma erinnerten, verschlimmerte sich hingegen der Anfall. Die Atemwege verengten sich, und die Entzündung wurde stärker.
Gleichzeitig wurden zwei Gehirnregionen aktiv: der vordere cinguläre Kortex und die Insula. Die beiden aktivierten Gehirnbereiche stellen eine Verbindung her zwischen Emotionen und der Steuerung der Entzündungsreaktionen. Ein Weg, wie Stress Asthmaanfälle beeinträchtigt, besteht darin, dass er Entzündungen in den Bronchien fördert. Gerade bei Kindern spielen psychosoziale und emotionale Faktoren eine wichtige Rolle.
Lesen Sie mehr über den Einfluss der Psyche als Auslöser und Verstärker von Asthma – in der Maiausgabe von Psychologie Heute.