Vereint im Gebrechen
Warum Ehepartner so verblüffend häufig an den gleichen Krankheiten leiden
Ehepartner werden sich im Lauf des Lebens immer ähnlicher, sagt man. Tatsächlich gilt dies nicht nur für Charaktermerkmale oder Gesichtszüge – sondern auch für die Gesundheit. Wie bedeutsam dieser Einfluss ist, zeigt eine aktuelle Studie der Soziologin Deanna Meyler von der Universität Texas in Austin. Die Forscherin analysierte 103 Studien aus den letzten 60 Jahren, in denen es um die körperliche oder psychische Gesundheit von Ehepartnern ging.
Langjährige Partner haben häufig nicht nur einen ähnlich guten oder schlechten Gesundheitszustand, stellte Meyler fest. Sie leiden häufig sogar an den gleichen Krankheiten. Diese Übereinstimmung ließ sich bei körperlichen Erkrankungen feststellen – am deutlichsten bei Bluthochdruck und Herzkrankheiten, aber auch bei Asthma, Krebs oder Magengeschwüren. Und auch bei psychischen Erkrankungen ähnelten sich die Partner, vor allem bei Depressionen und leichten psychischen Beschwerden. Allerdings erlebten beide Ehepartner häufig auch ähnlich viel Stress und waren ähnlich zufrieden mit ihren Leben – Faktoren, die wiederum das Krankheitsrisiko beeinflussen.
Was aber sind die Gründe für die zum Teil frappierende Übereinstimmung? Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Oktoberausgabe von Psychologie Heute.
AUSSERDEM IN GESUNDHEIT & PSYCHE
Aus Krankenhaus wird Wellnessklinik
Die Zeiten der Bademantelatmosphäre sind vorbei. Viel Holz statt Fliesen, Glasfassaden statt künstlicher Beleuchtung, Kunst und Natur sorgen für eine Umgebung, in der man sich wohl- und heimisch fühlen kann. Das klassische Krankenhaus hat ausgedient, sagt Christine Nickl-Weller, Architektin und Professorin an der TU Berlin, im Interview mit Psychologie Heute
Ein Laster, zwei Urheber
Zwei Persönlichkeitszüge tragen zum Rauchen bei: Die Suche nach Anregungen verführt zum Probieren, mangelnde Impulskontrolle zieht tiefer in die Sucht
Motivierte, Ambivalente und Leidende
Alkoholkranke unterscheiden sich in ihrer Therapiemotivation. Therapeuten sollten ihren Behandlungsplan auf diese Motivationsprofile abstimmen
Antipsychotika gezielter einsetzen
Medikamente werden bei Schizophreniepatienten noch immer zu schematisch verordnet und nicht an das individuelle Beschwerdebild angepasst
Kurzvisite
Neue Forschungsergebnisse im Überblick: Wer zitiert denn da (nicht)? Deutsche Magazine lassen in ihren Medizinartikeln die Informationsquelle oft unter den Tisch fallen — Jeder sechste Chinese leidet psychisch